Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee geniesst eigentlich den Ruf eines besonnenen Politikers ohne viel Wind um seine Aussagen; sein letzter Vorstoss, Empfänger von Hartz-IV-Leistungen als Verkehrspatrouille – auch im Anti-Terror-Kampf – einzusetzen, hatten öffentlich Entrüstung verursacht, berechtigt wie ich finde: wie sollen fachfremde Personen, ohne jeglicher Ausbildung, vermeintliche Terroristen oder gar verdächtige Terrorakte in Vorbereitung ausmachen ? Und das in einem Bereich, in dem ausgebildete Fachkräfte und Strafverfolgungsbehörden ihre Probleme haben…
Jetzt behauptet der beliebte Politiker, seine Aussagen wären missverstanden worden, sein Vorschlag beziehe sich auf den Einsatz der Hartz-IV-Empfänger als „Servicepersonal“ im öffentlichen Verkehrswesen. Laut Zeit „…sollten Langzeitarbeitslose im öffentlichen Nahverkehr eingesetzt werden. Sie sollten dort beispielsweise älteren Menschen beim Ein- und Aussteigen helfen, Fahrplan-Auskünfte geben oder Vandalismus und Graffiti-Schmierereien verhindern helfen.“
Hat sich der SPD-Politiker zuerst zu weit aus dem Fenster gelehnt und versucht er jetzt zurück zu rudern, oder hat die gelangweilte Presse mal wieder versucht, den Joghurt heiss aufzukochen ? Angesichts der Tatsache, dass dies ein lange vorbereitetes Pilotprojekt ist, was jetzt im Herbst anlaufen soll, muss man annehmen, dass die Journaille etwas hinzu fantasiert hat – war ja auch Sommerpause.

