Einige Kilometer nach der Ausfahrt aus Sibiu, an der Gabelung nach Sibiel, wohnt ein Storch mit seiner Familie. Die Hauptstrasse soll irgendwann einmal zu einer Autobahn werden, hauptsächlich finanziert durch die EU, versteht sich. Die neue „Lebensader“ soll Wohlstand bringen – hofft man. Das alles, scheint aber dem Storch egal zu sein: er füttert seine Jungen durch, same procedure as every year. Er hat alles im Blick und er scheint weise zu sein, denn er hat vorsichtshalber sein Nest auf einem Strommast gebaut, wahrscheinlich hat er sich dabei erhofft, dieser würde im Falle anstehender Veränderungen nicht so schnell abgerissen wie ein Schornstein samt dem darunter liegenden Haus.

Einig hundert Meter weiter befindet sich ein kleiner See, rund herum Moor und Schilf; das scheint dem Storch zu gefallen. Vielleicht weiss er nicht, dass wenn die Autobahn gebaut wird, der See dem Wohlstandsbringer weichen muss, vielleicht weiss er das auch, aber es ist ihm egal. Es gibt rund herum genug Lebensraum, als moderner Storch ist man ja flexibel. In zwanzig Meter Entfernung gibt es noch einen Licht- und Strommast, da residiert das Oberhaupt der Familie und blickt in die Ferne – seine Brut immer im Blick:

Soweit ich es überblicken kann, hat der Storch 3 Nachkommen, leider konnte ich sie – obwohl einige Male daran vorbeigefahren – nicht fotografieren.
Dieser Vogel vermittelt eine unwahrscheinliche Souveränität: er scheint, durch nichts aus der Ruhe gebracht werden zu können…sein Weg scheint vorgegeben, seine Zukunft wird vom biologischen Überleben geprägt, Sorgen kennt er keine; ein beneidenswertes Wesen, dieser Storch.